Geschichte

Von der schützenden Herberge…

   

Der Stockalperturm in Gondo wurde erbaut in den Jahren 1666 bis 1684 von Kaspar Jodok von Stockalper, einem der bedeutendsten Schweizer Unternehmer im 17. Jahrhundert. Er trieb Export- und Importhandel im grossen Stil und war zu jener Zeit die wohl bedeutendste Persönlichkeit im Wallis.

Zum Ausbau des Handels über den Simplonpasse liess Stockalper einen Saumpfad erbauen, mit dem er den Verkehr und Transport über den Simplonpass neu organisierte. Der Stockalperturm, strategisch günstig beim Übergang ins Zwischbergental platziert, verschaffte dem Besitzer eine Übersicht über den Handelsverkehr zwischen dem Wallis und Italien. Der Turm diente als Warenlager und Umschlagplatz für Güter, welche Kaspar Jodok von Stockalper in grossen Mengen über den Pass führen liess. In dieser Zeit wurde der Turm bereits als Herberge genutzt.

 Statue Auch im lukrativen Schmuggelgeschäft spielte der Stockalperturm eine grosse Rolle. Wegen der grossen Lagerkapazitäten konnten sich die Schmuggler im Turm mit Gütern wie Rauchwaren und Kaffee eindecken, welche zu Fuss über die steilen Felsen am Zoll vorbei über die Grenze transportiert wurden. Der Schmugglerbrunnen neben dem Stockalperturm zeugt von der früheren regen Tätigkeit der Schmuggler.  

Kaspar Jodok von Stockalper liess in dieser Zeit weitere monumentale Gebäude erbauen: den Stockalperpalast in Brig und der Alte Spittel auf dem Simplonpass.

        Stockalperpalast       Stockalperpalast        Spittel auf dem Simplonpass

zum Wohlfühl-Hotel…
Bis in die neunziger Jahre wurde der Stockalperturm von Privaten als Werkstatt, Geschäft und Warenlager genutzt. Bei der Unwetterkatastrophe im Jahre 2000 wurde ein Teil des Turmes zerstört. Bald danach stand jedoch fest, den Turm als Wahrzeichen von Gondo wieder aufzubauen. Dank Spenden zahlreicher Organisationen und der Unterstützung öffentlicher Institutionen war es schliesslich möglich, dieses Vorhaben zu realisieren. Die erste Idee, nämlich die Umgestaltung in ein Museum, wurde zugunsten eines Hotels verworfen. Der Stockalperturm verfügt nun über insgesamt 42 Betten und bietet modernste Seminarinfrastruktur in historischen Gemäuern. In den alten Gewölben befindet sich ein Carnotzet.

Zum Wiederaufbau 2004-2006

        
Ansichten aussen vor Umbau

     
Ansichten innen vor Umbau

Die Unwetterkatastrophe in 2000 zerstörte rund ein Drittel des Turms. Im Rahmen des Wiederaufbaus - unter der Leitung des Architekturbüros Werlen - hatte man sich zusammen mit der kantonalen Denkmalpflege und dem Heimatschutz zum Ziel gesetzt, die alte Bausubstanz zu erhalten und strikt vom neuen Gebäudeteil zu trennen.

Bauweise
Der zerstörte Teil wurde in einer modernen Bauweise aufgebaut. Dies mit der Absicht, auch späteren Generationen die verschiedenen Baustile zu präsentieren.
Im alten Teil wurden, soweit noch brauchbar, die alten Holzbalken wieder eingebaut. Die alten Fussböden wurden aufgefrischt und als Deckenschalung verwendet. Die Holzbalken im neue Gebäudeteil wurden durch eine Betonrippendecke ersetzt. In den Gängen und im Plenarsaal des Dachgeschosses ein eingefärbter Anhydrid-Überzug eingesetzt, in welchem durch Abschleifen der obersten Schicht Steinchen sichtbar wurden, die dem Boden einen speziellen Glanz verleihen.
Der Einbau von kleinen Fenstern vermittelt von aussen den Eindruck, auf Fenster sei verzichtet worden, weil der Turm im 17. Jahrhundert keine Fenster hatte. Dies wird auch durch die grossen, jeweils über 2 Etagen reichenden festverglasten Fenster unterstrichen.

             

         

            
Phasen des Wiederaufbaus

Die Technik im Turm
Um die alte Bausubstanz auch über die nächsten Jahrhunderte zu erhalten und Schäden am Bau zu verhindern, wurde eine grosse Be- und Entlüftungsanlage eingebaut. Die Belüftung, Heizung und Beleuchtung wird mit Strom betrieben, welches aus den lokalen Wasserkraftwerken stammt.

 

 

 

 

 

 

Stockalperweg
Gondo als
Ausgangspunkt
für die bekannte
Drei-Tagesetappe
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